- in Vorbereitung -, das stand nun lang genug geschrieben. Es ist nun an der Zeit einige Beiträge hier einzustellen!

 

Zur Erklärung, es gibt hier in Großziethen keinen Heimatverein sondern nur einen "Kümmerer" wie der Herr Bürgermeister in 2012 so schön formuliert hatte, als im Dezember auch die Großziethner Chronik durch den Herr Pfarrer Borrmann erstellt, veröffentlicht werden konnte.

Ja und dann gibt es da meine Wenigkeit, der sich erst seid August 2012 mit der Heimatforschung Groß- und Kleinziethens beschäftigt.

Hierfür gab es einen, besser gesagt 2 Auslöser, die es mich entscheiden ließen, nach 32 Jahren die ich hier in Großziethen wohnte, mich auch nie um etwas hier gekümmert habe, mich nun doch mit der Geschichte beider Dörfer, zu befassen.

Zunächst begann ich, möglichst viel zu recherchieren, insbesondere um 1900, die Zeit zwischen 1933 bis 1945 und dann, die jüngste Gegenwart von der einstigen DDR bis einschließlich dem Heute. Dabei ist mir natürlich nicht entgangen, das die biologische Auslese von uns Menschen, mich ganz schön ins Gegenteilige belehrte.

Auch hier im Bereich Heimatforschung, da stimmt selbstverstänlich auch der Ausspruch "wer zu spät kommt, den bestraft das Leben"!

Viele der wirklich noch "Wissenden" sind jedenfalls nicht mehr unter den möglichen, zu befragenden Zeitzeugen, andere sind, im schon sehr betagten Alter und haben uns, wie zum Beispiel Siegfried und nun auch Ehrengard Ramnitz, verlassen.

Sie beide waren mir als Zeitzeugen eine ganz außerordentliche Hilfe.

Andere wiederum tun sich sehr schwer damit, über die Vergangenheit zu reden, oder Fotos und andere Dokumente zur Verfügung zu stellen.

Ja und so bleibt dann eben dem "Forscher" nichts anderes übrig, als zu forschen, zu forschen in den Archiven unseres Landes Berlin/Brandenburg und auch Teltow und Schönefeld!

Ich muß aber auch persönlich lobend eingestehen, das es sich wirklich geloht hat, mit der Heimatforschung zu beginnen. Jedoch bin ich mir auch darüber bewusst, man hört mit diesem Hobby ja nie auf und muß natürlich auch sehr aufpassen, sich nicht im Endlosen zu verlieren.

Na genug für heute, bis demnächst bei mir!

 

Ja und nun ein wenig zu einem wirklich brisanten Thema während der NS-Zeit zw. 1933 und 1945. Mit Beginn des Polenfeldzuges 1939, begann auch die brutalste Ausbeutung von Menschen. Ich spreche hier von Zwangsarbeitern. Diese hat es ab diesem Zeitpunkt auch in Großziethen gegeben. Die ersten Zwangsarbeiter hier in Großziethen, waren polnische Bürger unterschiedlichster Berufsgruppen und Alters, die in dieser Zeit ganz regular in Deutschland beschäftigt waren. Ob Studenten, Seeleute oder Wissenschaftler aus dem Nachbarland, waren mit dem Beginn des Krieges gegen Polen (Sender Gleiwitz), hier in Deutschland sofort festgenommen worden und mussten Zwangsarbeit in Industrie und Landwirtschaft verrichten. Polnische Zwangsarbeiter mussten gegen Ende 1939, hier in Großziethen, auf ca. 10.000 Quadratmetern, ein Zwangsarbeitslager errichten. Es befand sich unmittelbar neben dem Bahnhof Großziethen, heute am Alten Bahndamm, in der Chausseestr., heute Karl-Marx-Str. Diese armen Menschen hausten nach Zeitzeugenberichten hinter Stacheldraht, auf zunächst freiem Feld. Sie suchten Schutz vor der Witterung und Kälte in Erdlöchern und Gräben, als Dach alte Mäntel oder Wellblech. Sie mussten unter wiedrigsten Arbeits- und Lebensbedingungen ein Lager mit 3 Baracken errichten. Dieses Lager wurde im Auftrage der Reichsbahndirektion Berlin errichtet, nach dem diese Landfläche von der Besitzerin, aus Marienfelde an die Bahndirektion, verpachtet wurde.

(hierzu wird noch weiter recherschiert)

 

Diese historische Wahrheit erforschte ich gemeinsam mit dem Historiker Bernhard Bremberger. Dieser benutzte meine Zuarbeit, um Sie als sein alleiniges, recherchiertes Wissen, zu veröffentlichen. Dies tat er auch ungeniert und brachte mich somit, gegenüber unserem Ortsbeirat, in Erklärungsnöte.

Leider ist die weitere Erforschung des Sachverhaltes ein wenig ins Stocken geraten, obwohl von Seiten des Historikers, vorm Ortsbeirat, Unterstützung, zugesagt wurde. Es soll noch einen polnischen Überlebenden dieses Zwangsarbeitslagers geben, so das wir ein Schreiben in polnischer Sprache, an Herrn B. Bremberger übermittelten: Er sagte zu, das Schreiben weiter leiten zu wollen, jedoch ohne Herausgabe, der erbetenen Kontaktadresse.

 

Bis heute ist weder vom Herrn B. Bremberger, noch vom Ortsbeirat, ein Hinweis an mich gegangen, ob der Brief, tatsächlich seinen Adressaten gefunden hat und ob es eine Antwort, gibt.

Auch wurde ich in Absprache mit dem Ortsbeirat gebeten, an einem Schülerprojekt der Airportschule in Schönefeld, zur Erforschung der Zwangsarbeit in Großziethen, beratend zur Seite zu stehen. Auch hier hat sich bis dato nichts mit Hinsicht auf ein Schülerprojekt ergeben.

Weiterhin zeigte die neue Direktorin der Paul-Maar-Grundschule hier in Großziethen, großes Interesse. Sie wird sich zu gegebener Zeit mit mir diesbezüglich, in Verbindung, setzen.

Natürlich bin ich sehr gern bereit, an Schulen über das Thema Heimat und gerade, Heimatforschung zu Groß- und Kleinziethen, hier nicht ausgeklammert die NS-Zeit und Zwangsarbeit, aber auch über die Diktatur des Proletariats (ehem. DDR) in Großziethen,  aufklärend zu berichten.

 

Gerd Kretschmer

- Heimatforscher -

 

 

aktualisiert Mo. 12.10.2015

 

 

 

 

 

Ich freue mich auf eure Kommentare im Gästebuch!

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